Herzlich willkommen bei einem kleinen Special! Wie Ihr im Titel nur unschwer erkennen könnt, geht es heute um die Battlefield 1 Open Beta, die ab dem 30. August für Insider und für alle anderen Leute ab dem 31. August spielbar war, und bis zum 08. September ging. Ich konnte mir von der Open Beta, mithilfe einer 17-stündigen Spielzeit, einen umfangreichen Ersteindruck machen, denn ich hier in diesem Special verrate. Kurz vorab: wenn es im Multiplayer um Shooter geht, bin ich ein kleiner Battlefield Fanboy und freue mich immer auf einen neuen Teil, sofern er mich interessiert. Eingestiegen bin ich mit Battlefield 3, bei dem ich nicht nur auf dem PC spielte, sondern auch auf der PlayStation 3, wodurch ich schon einige Zeit in dieses Spiel investierte. Battlefield 4 habe ich nur mal kurzzeitig angespielt um es zu testen und es hat mir ebenfalls gefallen, jedoch bin ich bisher noch nie dazu gekommen, mir das Spiel zu kaufen. Bei Hardline setzte ich dann aus, weil mir das Setting nicht so gefiel. Als vor vier Monaten der Trailer zum neuen Teil online kam, war ich vor allem vom erfrischenden Ersten Weltkriegs Setting begeistert. Einige Wochen später wurde das Battlefield Insider Programm bekannt gemacht, wo ich mich für den Vorab-Open-Beta-Zugang registrierte.
Zu oft benutzt
Dienstagmorgen, am 30. August, ist der Key für Insider dann angekommen, wo ich direkt schon mal die Hälfte der Beta herunterladete. Der Rest wurde nachmittags gedownloadet und danach kam ich direkt zum Spielen. Gespielt wurde auf der Map Sinai-Desert, entweder halt Conquest mit 64 oder Rush mit 24 Spielern. An der Klassenauswahl veränderte sich nicht allzu viel, dafür waren erneut der Assault, Medic, Supporter und Sniper spielbar. Was mir aber von Anfang an auffiel, war, dass sehr viele Leute mit der Sniper spielten. Zugegeben, auch ich spielte viel als Scharfschütze, versuchte aber stets meinem Team zu helfen, indem ich Gegner spottete und zusätzlich Flaggen einnahm oder die Bombe legte. Außerdem war die Map wie für den Heckenschützen gemacht, denn vergleichsweise zum Punkt C, waren die Punkte A, B, D, E und G unheimlich offen. Trotzdem war es spürbar, dass man es als Sniper nicht allzu schwierig hat: leichtere Handhabung, One-Hit auf gewisse Distanzen, sehr gute Präzision, gefühlt schnellere Mündungsgeschwindigkeit und kaum bemerkbarer Bullet Drop. All das macht den Scharfschützen unglaublich einfach zu spielen, wo meiner Meinung nach nachgebessert werden muss.
Zu OP?
Der Panzer war ebenfalls ein sehr umstrittenes Thema, da der Tank mindestens vier Schüsse standhält. Ein Schuss macht ungefähr 16 - 30 Schaden, was eben auf die Art des Panzers ankommt. Ohne seinen Squad tut man sich tatsächlich etwas schwer, den Tank auszuschalten. Dadurch dass viele Leute als Sniper spielten, fehlte es definitiv an Assaults, Medics und Supporter. Nicht selten habe ich es erlebt, dass andere Spieler eine sehr hohe Killstreak hatten, was meiner Meinung nach nur bedingt am Panzer liegt. Genau durch diese Stärke des Panzers ist Teamplay noch viel wichtiger geworden, was aber anscheinend nicht viele Leute verstanden haben. Ein Tank sollte stark gegen Infanteristen sein, schließlich gehört es nicht umsonst zu den Panzerfahrzeugen. Allerdings sah ich bereits Leute auf YouTube oder auch im Spiel, die einfach mal +50 Kills mit dem Fahrzeug hatten, ohne zu sterben. Man kann das nun auf dem bereits oben genannten Punkt schieben, dennoch kam es nicht selten vor, sondern schon des Öfteren. Und das sollte nun mal nicht sein. Außerdem ist es möglich, im Tank zu reparieren. Für Leute die Battlefield noch nie zuvor gespielt haben: entweder musste man aussteigen und als Pionier den Panzer reparieren oder ein Teammitglied kommt und setzt ihn wieder instand. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Wenn man selbst als Panzerfahrer agiert, kann es einem wirklich eine Freude bereiten, seinen Tank in Deckung wieder zu reparieren. Jedoch kann es als Infanterist wirklich sehr schnell frustrierend sein, wenn einfach so wenig Leute die nötige Ausrüstung dabeihaben. Ansonsten hätte noch der Sniper die Chance, den Tank vom Reparieren abzuhalten, indem er ihn mit seiner panzerbrechenden Munition anschießt.
Zu wenig benutzt
Bei den Klassen widme ich mich noch dem Medic, denn der Supporter ist in meiner Hinsicht nach ganz okay. Was hier stark auffiel, war, dass nicht viele Leute wiederbelebten oder Heilung zur Verfügung stellten. Einerseits kann hier erneut auf den bereits genannten Punkt mit dem Scharfschützen hingewiesen werden, dennoch tat ich mir als Medic ebenfalls schwer. Aber dazu gleich mehr. Als Toter bekommt man unten rechts angezeigt, ob sich ein Sanitäter im Umfeld von zwanzig Metern befindet. Wenn dann "Q" gedrückt wird, wird dem Sani mitgeteilt, dass er den Spieler wiederbeleben soll. Nicht wenige Male ist es mir passiert, dass ein Sani praktisch über meine Leiche lief, ohne mir jegliche Beachtung zu schenken. Oftmals ärgerte ich mich darüber und spielte anschließend selbst den Medic. Und ehrlich gesagt, war es nicht wirklich einfach, auf Tote zu achten. Ich habe hier und da mal wiederbelebt, wenn jemand umgefallen ist, jedoch wird es einem nicht mehr angezeigt, wer jetzt ein verbündeter oder feindlicher Toter ist. Dadurch fällt nicht mehr so richtig die Konzentration darauf, seine Aufgabe als Medic zu erfüllen und die Mitspieler zurück ins Leben zu holen. Ich möchte diese Neuerung auch keineswegs schlecht reden, weil immerhin ist es so realistisch gehalten. Denn im wirklichen Krieg konnte man sich nicht immer allem widmen. Andererseits entsteht durch diese Problematik beim Toten eine gewisse Frustration, da er eben nicht wiederbelebt wird.
Wesentliche Neuerungen
Bei den schwerwiegenderen Neuerungen habe ich wirklich alles getestet, was ich testen wollte, mit Ausnahme der Flugzeuge, da ich einfach ein richtig schlechter Pilot in diesem Franchise bin und ich diese Vehikel mal außen vor ließ. Nichtsdestotrotz habe ich alle Eliteklassen ausprobiert, vom Flammenwerfer, zum fetten MG, bis hin zum Pferdereiter und dem Tankgewehr. Allesamt sind nützliche Neuerungen, trotzdem würde ich sagen, dass diese Klassen ein Spiel nicht entscheiden können. Man kann mit diesen kurzzeitig sein Team helfen, allerdings sind diese extrem empfindlich gegen Detonation, wodurch der Spaß schnell wieder vorbei sein kann. Die Pferde sind ebenfalls eine nette kleine Neuerung und wurden von den Spielern bereits erwartet. Viele dachten, sie wären das neue Dirt Bike in Battlefield, jedoch unterscheiden sie sich drastisch. Auffallend ist vor allem, dass die Pferde nicht sofort reagieren, sondern erst kurze Zeit später. Im langsamen Trab spielen sie sich wendig und langsam, und im Galopp unhandlich, aber dafür eben schnell. Außerdem ist es nicht möglich, dass der Spieler willkürlich mit dem Pferd herum springt, sondern das Pferd entscheidet selbst, wann es springt. Die Reiterklasse des Pferdes ist übrigens ebenfalls etwas zu stark, denn die Kombination aus Rüstung, Karabiner, Pistole, Muntionspack, Medikit und einer Granate ist meines Empfindens nach zu stark. Er ist zwar genauso durch Detonation verwundbar, dennoch würde man jeden fairen Zweikampf gegen ihn verlieren. Eine größere und drastischere Neuerung ist hingegen der Panzerzug. Ich habe oftmals erlebt, wie eine Runde durch den Panzerzug gedreht worden konnte und das Team, welches gerade noch am Verlieren war, plötzlich gewinnt. Der Zug wird dem Team zur Verfügung gestellt, welches sich am Rande des Scheiterns befindet. Um die Dampflok aufzuhalten ist auch hier wieder jede Menge Teamarbeit vonnöten, weil bis dieses Teil aus dem Verkehr gezogen ist, dauert es einige Zeit. Dabei ist aber der Zug wirklich gut ausbalanciert und ermöglicht dem unterlegenen Team noch eine Chance zu gewinnen. Das Conquest-System, welches in Battlefield 1 verwendet wird, stammt übrigens aus Battlefield: Hardline. Jeder Sieg kann durch zwei Möglichkeiten erfolgen: entweder erreicht ein Team zuerst 300 Tickets oder wer mehr Tickets innerhalb der zwanzig Minuten besitzt, gewinnt das Spiel. Die Entwickler haben während der Beta auf Twitter eine Umfrage gestartet, welche Funtionsweise die Bessere wäre. Dort hat dann ganz klar das alte System aus Battlefield 3 und Battlefield 4 gewonnen, woraufhin das Alte wieder rein genommen wurde. Ich finde, damit hat man die richtige Entscheidung getroffen, denn Battlefield war schon immer für seine langwierigen und epischen Schlachten bekannt.
Wo nachgebessert werden muss
In der Beta gibt es wohl zwei Sachen, die mich am meisten beeindruckt haben: der Wetterzyklus und das Zerstörungspotenzial. Wenn sich in Battlefield 1 mal das Wetter ändert, kann es schwerwiegende Folgen haben, zumindest wie ich es in Sinai-Desert erlebt habe. Und wie es in einer Wüste so ist, ist hier ein Sandsturm aufgetreten. Den größten Nachteil dürften wohl hierbei Sniper davon getragen haben, da eben das Sichtfeld nicht mehr so groß und klar ist. Durch diese Neuerung kommt eine unglaubliche Dynamik ins Spiel, die nicht immer den gleichen Vorgang einer Runde beinhaltet. Genauso ist es mit dem Zerstörungsgrad. Bis auf wenige Ausnahmen ist beinahe alles zerstörbar. DICE ließ nämlich verlauten, dass einige Sachen einen gewissen Grundriss behalten, da eben Deckungen benötigt werden. Diese Deckungen können aber auch durch Krater im Boden entstehen, wodurch dieses Battlefield-Feeling noch viel authentischer wirkt. Weiters war ich überrascht, wie gut die Performance des Spiels war. Denn wer sich an den katastrophalen Start von Battlefield 4 zurückerinnert, könnte es hier ganz anders aussehen und ein gelungener Launch werden. Woran hingegen weiterhin gearbeitet werden muss, ist bei den Bugs. Hin und wieder war es möglich, dass man am Rande der Map durch Wände sehen konnte, was jetzt kein wirklich schlimmer Bug ist. Dennoch waren meine Freunde und ich von weiteren Fehlern betroffen. Beispielsweise passierte Folgendes: bei mir und einem Freund war ein Knacken zu hören und plötzlich war der gesamte Spielsound weg. Wir mussten zum Teil minutenlang ohne Sound spielen, bis er wieder da war. Ich habe sogar das ganze Spiel neugestartet, weil ich sah keinen Sinn dahinter, ohne jegliche Geräusche zu spielen. Besonders enttäuscht war ich aber, dass Bugs auftraten, die ich noch aus Battlefield 3 kannte. Auf ein paar Servern lief ich ohne Waffe in der Hand herum, die nicht mehr auftauchte. Nur ein Wechsel des Servers war die Lösung, sodass wir wie bisher weiterspielen konnten.
Fazit
Insgesamt sollte man es nicht so drastisch sehen, denn es war ja nur eine Beta und kein fertiges Spiel. Eine Beta ist ebenfalls als Stresstest bekannt und schließlich dafür da, Bugs ausfindig zu machen und die Balance anzupassen. Trotzdem sollte an vielem weiter gearbeitet werden. Außerdem hätte ich mich dennoch gefreut, wenn die Entwickler auch noch die Karte aus der Alpha hinzugefügt hätten, damit Abwechslung entsteht. Zum Gameplay-Vergleich zwischen Battlefield 1 und Star Wars: Battlefront kann ich jedoch nichts dazu sagen, da ich Battlefront nie gespielt habe. Ansonsten bin ich von der Open Beta überrascht worden und freue mich schon auf das fertige Spiel!